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Faszinierendes Nepal

Weitwandern im Trend

Ein Trekking im Langtang und Helambu in den Bergen Nepals

Nach einem ruhigen Flug landeten die Teilnehmer der Reisegruppe von Gaby Waltenspül in Nepal – alle waren sehr gespannt auf das bevorstehende Abenteuer! Zuerst aber mussten sich einige Gruppenmitglieder in Kathmandu mit Schlafsäcken eindecken. In dieser Stadt werden viele Expeditionen in den Himalaja ausgerüstet und bald wurde man in einem Laden fündig. Der Schlafsack sollte bis mindestens minus 15 Grad tauglich sein, was bei der jetzigen hohen Temperatur in Kathmandu noch sehr eigenartig anmutete.

Am Start

Nach ca. 100 Kilometer und einer abenteuerlichen Fahrt über die sehr schlechten Strassen erreichte die Gruppe nach acht Stunden den Ausgangspunkt des Trekkings in Syabrubesi. Im Hotel Sky wurde wurden die Teilnehmer von Muga Puri, dem Trekkingleiter über das bevorstehende Programm unterrichtet. Und dann ging es los – der erste Tag des Abenteuers begann! Das Gepäck für die 12 Tage Trekking wurde von Sherpas getragen, die scheinbar mühelos die jeweils über 30 Kilogramm schweren Säcke über Stock und Stein trugen. Zwei Tourenteilnehmer wollten es probeweise unterwegs wissen und versuchten die Säcke für einige Meter zu tragen. Alle waren sich einig, es ist eine ungeheure Leistung was diese kleinen drahtigen Nepalesi erbringen.

Unterkünfte

Nach mehreren Stunden bergauf erreichten die Wanderer die erste Unterkunft mit dem klingenden Namen «Lamahotel». Alle wussten, die Lodges sind sehr einfach, aber Lamahotel ist mehr als einfach. In zugigen Zimmern breiteten sie die Schlafsäcke aus und spätestens jetzt wird klar, warum die Schlafsäcke bis minus 15 Grad tauglich sein sollten. Aufstehen in der Nacht wird zur Schlotterpartie zumal sich die Toilette ausserhalb des Gebäudes befand. Lamahotel ist eher ein Ausnahme, erklärt unser Führer, der Staat ist Eigentümer dieser Lokaliäten und unternimmt leider nichts um die Unterkunft ein bisschen angenehmer zu machen.
Zum Glück erwiesen sich die weitern Lodges zwar als sehr einfach, aber durchaus bequem. Teilweise durften sich die verschwitzten Wanderer sogar auf eine Dusche freuen. Das Essen übertraf alle Erwartungen. Es war zwar einfach, Reis, Gemüse, Nudeln, Eier – aber kein Fleisch und keine Früchte und auch keine Salate. Das nepalesische Nationalgericht «Dal Bhat», bestehend aus Reis, gekochtem Gemüse, Linsensuppe und manchmal so etwas ähnliches wie Chips, mundete sehr gut. Dieses Gericht ist sehr preisgünstig und das tägliche Brot der Sherpas und von Führer Muga.

Highlights und unterwegs

Nach drei Etappen im Langtangtal und 3000 Höhenmetern erreichten die Trekkingteilnehmer die zweithöchstgelegene Lodge in Kyanjin Gompa auf 3850 m – Ausgangspunkt für das Highlight dieses Trekkings – die Besteigung des Tsergo Ri auf 5000 m. Es war noch dunkel, als die Teilnehmer nach einer kalten Nacht morgens um fünf Uhr zu diesem Abenteuer aufbrachen. Führer Muga wanderte mit sehr langsamen Schritten aber stetig dem Gipfel entgegen. Die letzten 100 Höhenmeter erwiesen sich als Kraftakt, mussten die «Bergsteiger» in Schnee und Eis die letzten Meter zurücklegen. Was für ein Ausblick, stolz und glücklich erreichten die Wanderer den Gipfel mit den vielen Gebetsfahnen auf 5000m und obwohl man auf dieser Höhe stand, kamen sich alle sehr klein vor, war man doch umgeben von vielen 7000er des Himalajagebirges. Nach einem nahrhaften Abstieg war eine weitere Übernachtung in der Lodge von Kyanjin Gompa sehr willkommen.
Die weiteren Etappen führten zuerst zurück zu Lamahotel (noch eine Übernachtung!), dann weiter den Berg hinauf, über Hängebrücken und steinige Wanderwege, bis dann am 8. Trekkingtag die höchstgelegene Lodge auf 4380 m in Gosainkunda in Sicht kam. Das Schlafen in diesen Höhen war für einige Teilnehmer nicht angenehm und sie verbrachten die eine oder andere Nacht ziemlich schlaflos. Am 9. Tag stand ein weiteres Highlight auf dem Programm – die Überquerung des Lauribinayapasses auf 4600m und die Aussicht auf einige der 108 heiligen Seen von Gosainkunda von denen vermutet wird, dass Gott Shiva sie mit einem Dreizack erschaffen hat. Ab jetzt ging es in stetigem Auf und Ab dem Ziel am 12. Tag in Sundarijal entgegen, wo die Gruppe von einem Bus abgeholt und nicht mehr ganz wohlriechend zurück nach Kathmandu gebracht wurde.

Land und Leute

Das Land ist wunderschön, die Wanderung im Langtangtal, die Route über Helambu zum Lauribinayapass, die vielen Ausblicke auf die mächtige Bergwelt des Himalaja lässt alle ganz klein erscheinen. Man darf auch nicht vergessen, dass 2015 in Nepal und vor allem im Langtang ein mächtiges Erdbeben stattfand. Das Dorf Langtang wurde innert 58 Sekunden verschüttet und viele Bewohner und Touristen starben unter den Trümmern. Führer Muga erzählte eindrücklich von diesem Ereignis, das er hautnah miterlebte. Heute ist das Dorf wieder aufgebaut. Die Menschen hier in den Bergen sind sehr arm und doch strahlen sie eine grosse Zufriedenheit aus. Sie sind Bauern und leben von den Touristen. Gestaunt haben die Schweizer bei der Besichtigung von zwei Käsereien, die vor Jahren von Schweizern gegründet wurden und aus Yakmilch hervorragenden Käse herstellen. Heute werden die Käsereien von Einheimischen betrieben. Die Leute sind sehr freundlich, aber auch zäh, anders kann man in dieser Gegend nicht überleben und die Kinder freuten sich jeweils über eine Tafel Schokolade – das muss man sich vorstellen!

Reise nach Nepal

Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn man auf alles eingehen möchte, das in diesem Land so fasziniert. Darum – eine Reise dahin lohnt sich!
Die tolle Organisation von Gaby Waltenspül, die während 30 Jahren Inhaberin des Reisebüros «Waltenspül Reisen» in Ehrendingen war und jetzt als Freelancerin bei Sense of Travel arbeitet, wird die Gruppe nie vergessen, es war einfach nur super!

Interessiert?. Die neuen Reisen für das Jahr 2023 sind in Planung. Auskunft erteilt Gaby Waltenspül über gaby@senseoftravel.ch oder 079 243 20 12

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